Dienstag, 28.04.2026

Tiergarten Nürnberg eröffnet naturnahe Anlage für bedrohte Feuersalamander

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Schwarz-gelbe Tiere zwischen Moos und Laub: Im Amphibien- und Reptilienbereich des Tiergartens Nürnberg sind Feuersalamander eingezogen. Die neue Anlage liegt unterhalb des Klimawaldpfads, ist in Sandsteinfelsen eingebettet und verfügt über einen Bachlauf, der dem Lebensraum der größten heimischen Schwanzlurchart nachempfunden ist.

Neue Anlage und Lebenszyklus

Die Einrichtung soll die natürlichen Lebensbedingungen der Feuersalamander abbilden und damit Aufklärungsarbeit leisten. In der Anlage können Besucherinnen und Besucher unter anderem sehen, welche Gewässerqualität und welche Struktur eines Waldgebiets die Art benötigt. Die Weibchen setzen ihre bereits entwickelten Larven, die noch Kiemen tragen, in sauberen, kühlen und fischfreien Gewässern ab. Dies geschieht überwiegend zwischen Februar und Mai. Die Larven verwandeln sich innerhalb von etwa sechs Monaten zur bekannten schwarz-gelben Gestalt. Die Tiere erreichen die Geschlechtsreife nach zwei bis vier Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich von April bis September. Feuersalamander sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, an regnerischen Tagen sind Sichtungen jedoch häufiger.

Gefährdungen und Schutzmaßnahmen

Der Tiergarten betont, dass Feuersalamander in ihrem Lebensraum zahlreichen Gefährdungen ausgesetzt sind. Versiegelte Flächen, Straßenbau, nicht nachhaltige Waldbewirtschaftung und der Verlust naturnaher Fließgewässer schränken die Verbreitung ein. Zusätzlichen Druck erzeugen Folgen des Klimawandels wie trockene und heiße Sommer. Auch invasive Arten wie Waschbären und die hochansteckende Pilzkrankheit Bsal tragen zu Bestandsrückgängen bei. Amphibien gehören weltweit und auch in Bayern zu den besonders gefährdeten Tiergruppen. Von den hier erfassten 20 Amphibienarten stehen 12 auf der Roten Liste.

Der Tiergarten ist Mitglied der Artenschutzgemeinschaft feuersalamander.net und betreibt eine Therapiestation zur Behandlung von Feuersalamandern, die an Bsal erkrankt sind. Der Pilz greift die Haut an und kann unbehandelt tödlich verlaufen, weil Amphibien auch über die Haut atmen. Die Therapiestation wurde in Kooperation mit Citizen Conservation, Frogs and Friends e. V. und dem Bund Naturschutz in Bayern e. V. eingerichtet und vom Landesbund für Vogel und Naturschutz in Bayern e. V. finanziell unterstützt.

Besucherunterstützung und Ausblick

Die Anlage wurde mit fachlicher Beratung durch den Amphibien- und Reptilienexperten Paul Hien gemeinsam mit Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtnern, den Tierpflegerinnen und Tierpflegern sowie den Handwerkern des Tiergartens entwickelt. Der Zoo plant, in nächster Zeit zusätzlich Tiere der ebenfalls gefährdeten Gelbbauchunke aufzunehmen.

Besucherinnen und Besucher können das Engagement des Tiergartens über einen freiwilligen Artenschutzeuro unterstützen. Der Beitrag lässt sich beim Kauf von Online-Tickets auswählen. Dann kostet das Tagesticket für Erwachsene 22 statt 21 Euro und ermäßigt 20 statt 19 Euro. Familienkarten sind mit Artenschutzbeitrag für 49,50 statt 47,50 Euro erhältlich, Teilfamilienkarten für 27,50 statt 26,50 Euro. Alternativ sind über den Online-Shop freiwillige Beiträge in Höhe von 10, 25 oder 50 Euro möglich.

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