Montag, 16.02.2026

Mehr Polizei, Videokameras und soziale Angebote: Wie Nürnberg die Lage am Hauptbahnhof verändert

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Bei einem Vor Ort Termin am 13. Februar 2026 auf dem Nelson Mandela Platz zog Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König eine positive Zwischenbilanz zur Sicherheitslage am Hauptbahnhof. König sagte, im Umfeld des Bahnhofs sei es im Vergleich zu den Vorjahren deutlich sicherer geworden. Vertreterinnen und Vertreter von Innenministerium, Polizei und Justiz stellten begleitend Maßnahmen vor, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben, und skizzierten weitere Schritte.

Erhöhte Präsenz und konsequente Kontrollen

Als zentrale Bausteine des Sicherheitskonzepts nannte die Stadt verstärkte Präsenz durch uniformierte und zivile Kräfte der Landespolizei sowie den städtischen Ordnungsdienst ADN. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch intensive Kontrollen, Platzverweise, Bußgelder und in letzter Konsequenz Aufenthaltsbeendigungen. Zudem wurden Verbotszonen für den Konsum von Alkohol und für Cannabis sowie eine Waffenverbotszone eingerichtet.

Das Konzept zur besseren Überwachung beinhaltet außerdem einen Ausbau der Videoüberwachung rund um den Bahnhof. Die Federführung liegt beim Polizeipräsidium Mittelfranken, dessen neuer Präsident Gernot Rochholz den Termin begleitete. König dankte zugleich dem Bayerischen Innenministerium und Staatssekretär Sandro Kirchner für die Unterstützung des Modells Bayern 360 Grad Sicherheit für bayerische Bahnhöfe.

Rolle von Bundespolizei, Bahn und Justiz

Für Sicherheit und Sauberkeit im Bahnhof selbst sind nach Angaben der Stadt die Bundespolizei und die Deutsche Bahn zuständig. Leitende Polizeidirektorin Helen Townson, die die Nürnberger Bundespolizeidirektion leitet, wurde von König für die Zusammenarbeit hervorgehoben. Die Oberbürgermeisterin bedankte sich zudem bei der Justiz: Eine konsequente Strafverfolgung sei ein wichtiger Teil des Maßnahmenbündels. Bei dem Termin war auch die Generalstaatsanwältin Petra Strohbach anwesend.

Prävention und Angebote für sozial Schwächere

Neben polizeilichen Instrumenten betonte die Stadt präventive Angebote. Vorgestellt wurden niedrigschwellige Hilfen für obdachlose Menschen, darunter der Wiederaufbau eines Unterstands im Burggraben beim Handwerkerhof, Schließfächer und Toilettengutscheine sowie erweiterte Streetwork und Beratungsangebote. Teil des Gesamtkonzepts sind außerdem verbesserte Reinigungskonzepte, neue Abfalleimer und eine angepasste Straßenmöblierung, vor allem bei den Bänken.

Zur Bedeutung der Maßnahmen sagte König: „Sicherheit bedeutet nicht nur weniger Straftaten, sondern auch mehr Aufenthalts und Lebensqualität.“ Er betonte, der öffentliche Raum gehöre allen, und machte deutlich, dass die Stadt keine rechtsfreien Räume dulde.

Ausblick auf städtebauliche Projekte

Mit Blick auf zukünftige Maßnahmen verwies König auf die geplante Neugestaltung der Areale rund um Kaufhof und City Point. Diese Maßnahmen sollen laut Stadtverwaltung die Aufenthaltsqualität in Bahnhofsnähe weiter steigern. Darüber hinaus sei der Ausbau der Videoüberwachung und weitere Sicherheitsmaßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr vorgesehen.

In seiner Bewertung verwies der Oberbürgermeister auf die polizeiliche Kriminalitätsstatistik. Demnach rangiert Nürnberg bei den bundesdeutschen Großstädten mit mehr als 200 000 Einwohnerinnen und Einwohnern derzeit auf Platz zwei in puncto Sicherheit. Welche Effekte die einzelnen Maßnahmen langfristig auf das subjektive Sicherheitsgefühl haben, bleibt nach Angaben der Beteiligten weiter zu beobachten.

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