Im Tiergarten der Stadt Nürnberg sind fünf Löwenjunge geboren und werden derzeit von ihrer Mutter betreut. Löwin Aarany brachte am 26. Dezember 2025 sechs Junge zur Welt, eines verstarb kurz nach der Geburt. Das Raubtierhaus bleibt vorerst geschlossen, Besucherinnen und Besucher werden die Jungtiere frühestens in einigen Wochen sehen können.
Geburt und aktuelle Betreuung
Aarany hat die fünf überlebenden Jungtiere von Beginn an gesäugt und kümmert sich intensiv um sie. Der männliche Partner Kiron ist in der Nähe und bleibt bei der Familie. Nach Angaben von Zootierarzt und Kurator Dr. Hermann Will war Kiron bereits bei der Geburt anwesend und trug in der Vergangenheit zu einer ruhigeren Aufzuchtsituation bei. Bereits 2023 hatten Aarany und Kiron zwei Jungtiere erfolgreich großgezogen. Die beiden damals geborenen Löwen leben inzwischen in anderen Zoos.
Vorkehrungen für Ruhe und Sicherheit
Das Tiergartenpersonal wird sich Aarany und ihren Jungen in den nächsten Wochen nicht nähern, um die Aufzucht möglichst ungestört zu lassen. Kontakt mit Pflegerinnen und Pflegern könne die Löwin irritieren, erklärte Dr. Hermann Will, deshalb beobachte das Team die Familie über eine Kamera. Aus dem gleichen Grund bleibt das Raubtierhaus bis auf Weiteres geschlossen. Die Leitung des Tiergartens nennt als Zeitpunkt für eine mögliche Sichtbarkeit der Jungtiere erst mehrere Wochen, abhängig vom Verhalten der Tiere und ihrem Stresslevel.
Hintergrund zum Schutzstatus
Die Asiatischen Löwen Panthera leo persica gelten laut Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet. Die einzige freilebende Population lebt im Gir Nationalpark und unmittelbaren Randgebieten in Indien. Schätzungen von 2017 gehen von etwa 630 Tieren aus. Wegen dieses engen Verbreitungsgebiets sind unvorhersehbare Ereignisse wie Krankheiten oder Brände für die Gesamtpopulation besonders bedrohlich. Reservepopulationen in Zoos sollen zur Sicherung der genetischen Vielfalt beitragen.
Koordination der Zucht in Europa
In Europa werden derzeit etwa 130 Asiatische Löwen in 41 Zoos des Europäischen Zooverbands EAZA gehalten. Die Zucht und Haltung werden wissenschaftlich in einem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm, den Ex situ Programmen, koordiniert. Ziel ist es, durch gezielte Planung eine möglichst große genetische Vielfalt innerhalb der Population zu erhalten und so zum langfristigen Artenschutz beizutragen.
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