Montag, 30.03.2026

Erlanger Bergkirchweih in bayerisches Verzeichnis für Immaterielles Kulturerbe aufgenommen

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Die Bergkirchweih in Erlangen ist in das Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Bayern aufgenommen worden. Die Stadt bezeichnet den Eintrag als Anerkennung für die kulturelle Bedeutung des Festes, das auf mehr als 270 Jahre zurückblickt und als ältestes Bierfest der Welt gilt.

Historische Grundlagen der Tradition

Die Besonderheit der Bergkirchweih liegt laut den Beteiligten in der lokalen Bierkultur, den denkmalgeschützten Kellerhäuschen und den teils sehr tiefen Felsenkellern. Diese materiellen und immateriellen Elemente bildeten den Kern der Bewerbung, mit der die Veranstalter die Tradition und ihre lokalen Ausprägungen dokumentierten.

Bewerbung und beteiligte Akteure

Die Initiative für den Eintrag ging nach Angaben der Stadt vor allem von Kellerwirten und Schaustellern aus. Die Antragstellung erfolgte unter Federführung des Vereins Bergflair ERhalten e. V. in enger Kooperation mit der Stadt Erlangen, Beratern, der Königlich privilegierten Hauptschützengesellschaft Erlangen und weiteren Kellerwirten. Der Austausch mit der Stadt Fürth, deren Michaelis Kirchweih seit 2018 im Verzeichnis geführt wird, habe Hinweise für die Bewerbung geliefert.

Stadtvertreter hoben die breite Zusammenarbeit als entscheidend für die Qualität des Antrags hervor. Ein Dank wurde insbesondere an Ehrenamtliche des Vereins sowie an frühere Mitarbeiter der Stadtverwaltung, an den früheren Leiter des Stadtarchivs Dr. Andreas Jakob und an Jochen Buchelt, der als Bierexperte in Heimat und Geschichtsverein tätig ist, gerichtet. Konrad Beugel, zuständiger Referent für die Bergkirchweih, bewertete die Aufnahme als besondere Anerkennung und zugleich als Auftrag, den historischen Charakter des Festes zu wahren.

Sichtbarkeit, Zeitplan und internationaler Kontext

Mit dem Eintrag in das Landesverzeichnis erwartet die Stadt eine gestärkte überregionale Sichtbarkeit der Bergkirchweih und will die Auszeichnung zur gezielten Bewerbung des Festes nutzen. In wenigen Wochen beginnt nach Angaben der Stadt die Bergkirchweih 2026; dies wird die erste Ausgabe sein, die mit dem neuen Titel stattfindet.

Die Aufnahme steht zudem in einem größeren Rahmen. Seit 2003 rückt die UNESCO immaterielle kulturelle Ausdrucksformen in den Blickpunkt, um überliefertes Wissen und Können der Alltagskultur sichtbar zu machen und ihren Erhalt zu unterstützen. Bis heute haben 185 Staaten das UNESCO Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes unterzeichnet. Deutschland ist nach Angaben der UNESCO Vertragsstaat seit 2013. Neben dem bundesweiten Verzeichnis gibt es in Bayern ein eigenes Landesverzeichnis für solche kulturellen Praktiken und Traditionen.

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