In Nürnberg haben Behörden und Hilfsorganisationen an diesem Samstag, den 25. April 2026, eine umfangreiche Vollübung zur Bewältigung eines flächendeckenden Stromausfalls durchgeführt. Unter dem Namen Black Noris 2026 prüften knapp 950 Einsatzkräfte an etwa 50 Standorten im Stadtgebiet das Zusammenspiel von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen, Kliniken und städtischer Verwaltung.
Übungsszenario und Beteiligte
Das simulierte Szenario begann mit lokalen Netzschwankungen und steigerte sich zu einem kompletten Blackout im gesamten Stadtgebiet. Die Stadtverwaltung und die Feuerwehr Nürnberg hatten die Übung mehr als ein Jahr vorbereitet. Zur Übung stellten die Behörden rund 250 städtische Beschäftigte sowie 100 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr. Die Bereitschaftspolizei war mit 170 Kräften vertreten, Bundes- und Landespolizei mit 50. Freiwillige Feuerwehren, Technisches Hilfswerk und Hilfsorganisationen entsandten gemeinsam mehrere Hundert Teilnehmer. Weitere Beteiligte kamen aus Krankenhäusern, Leitstellen, Netzbetreibern und betroffenen Betrieben.
Säulenkonzept und Leuchttürme
Kern der Nürnberger Stromausfallplanung ist ein Säulenkonzept mit einem Netz aus 43 Notfall-Leuchttürmen. Die Leuchttürme dienen als Informations- und Anlaufpunkte für die Bevölkerung und kompensieren im Ernstfall Ausfälle des regulären Notrufsystems. Während der Übung wurden 41 Leuchttürme aktiviert. Ergänzt wird das System durch neun Verwaltungsanlaufstellen für grundlegende Verwaltungsleistungen und sechs Betreuungsstellen, von denen zwei während der Übung in Betrieb genommen wurden.
Weitere Prüfbereiche betrafen die Versorgung kritischer Infrastruktur. Dazu gehörten Konzepte für die Treibstoffversorgung, die Notstromversorgung von Tankstellen und die Sicherstellung der Energieversorgung einzelner Einrichtungen. Alle Leuchttürme wurden autark und mit Notstrom betrieben. Die Fachgruppe Strom der Freiwilligen Feuerwehr übte speziell die Versorgung von Tankstellen und ähnlichen Objekten.
Echtbetrieb im Klinikum Süd
Ein besonderer Übungsabschnitt fand am Klinikum Nürnberg, Campus Süd, statt. Zwischen 10.00 Uhr und 12.20 Uhr schaltete das Klinikum seine reguläre Stromversorgung ab und versorgte das Gelände ausschließlich über Notstromaggregate. Die medizinische Versorgung blieb durchgehend gesichert, die Notfallversorgung war nicht abgemeldet. Das Klinikum betreibt rund 1 000 Betten auf dem Campus und benutze den Test zum Risikomanagement und zur Überprüfung der Abläufe unter realistischen Bedingungen.
Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums, zog eine positive Zwischenbilanz und betonte die Bedeutung kontrollierter Tests für die Patientensicherheit. Nach knapp zweieinhalb Stunden schaltete das Klinikum wieder auf das öffentliche Netz und begann mit der Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse.
Bilanz
Stadtspitze und Verantwortliche werteten die Übung als wichtige Praxisprobe. Oberbürgermeister Marcus König dankte den Teilnehmenden und forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, privat Vorsorge zu treffen und sich über die nächstgelegenen Notfall-Infopunkte zu informieren. Innenminister Joachim Herrmann sagte, die Übung habe gezeigt, dass die Stadt gut gerüstet sei, und verwies zugleich auf landesweite Investitionen in Notstromtechnik.
Der für die Feuerwehr zuständige Bürgermeister Christian Vogel hob die Bedeutung realer Übungssituationen hervor. Volker Skrok, Leiter der Berufsfeuerwehr, nannte die Vorbereitung eine logistische Herausforderung und betonte, dass die akribische Planung selbst bereits Erkenntnisse liefere. Die Stadt will die Ergebnisse der Übung nutzen, um die Stromausfallplanung weiterzuentwickeln.
Zur Durchführbarkeit der Übung trug auch ein Einsatz von rund 150 Komparsen bei, die realistische Einsatzlagen simulierten. Die Stadt verweist auf weiterführende Informationen und eine interaktive Karte der Notfall-Infopunkte im Internet unter go.nuernberg.de/notfall-infopunkte sowie auf notfall.nuernberg.de.
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